Mein Verständnis von Beratung und Coaching

Ich gehe davon aus, dass sich jeder Mensch seine Welt auf der Basis seiner persönlichen Wahrnehmung und Erfahrungen konstruiert, die mit der keines anderen Menschen identisch ist. Sie  wird auf einer Art „inneren Landkarte“ abgebildet und dient als Orientierung und Stütze. Das, was darauf steht, ist für jeden von uns „wahr“.

 

Für mich ist die Beratungsarbeit zunächst wie eine Entdeckungsreise auf der inneren Landkarte des Klienten. Das bedeutet, der Klient nimmt mich mit auf diese Reise, er offenbart mir einen Teil seiner Welt. Welchen Teil er mir zeigen möchte, bestimmt er selbst.

Ich bin offen und freue mich darauf, zu erfahren, wie diese Landkarte beschaffen ist, was es dort zu sehen, zu hören, zu fühlen gibt. Ich interssiere mich dafür, welche (Denk-) Gebäude dort errichtet wurden, nach welchen Regeln und Überzeugungen dort gelebt wird, welche Bewertungskriterien für das eigene Verhalten und das Verhaltens anderer zugrunde gelegt werden. Ich bin neugierig darauf, welche Werte in den verschiedenen Landkartenbereichen eine Rolle spielen und wie der Klient Entscheidungen trifft.

 

Es interessiert mich außerdem, welche Wege der Klient geht, welche gut funktionieren, welche weniger gut und ich bin auch sehr gespannt darauf, was sich abseits der dicht befahrenen Straßen befindet: Wie sehen die kleineren Wege und Pfade aus, die leicht übersehen werden oder verblasst sind? Ich schaue gemeinsam mit dem Klienten auch hinter Büsche und Felsen, vielleicht gibt es dort Interessantes zu entdecken und es lohnt sich, eine Pause zu machen oder den gewohnten Weg zu verlassen. Vielleicht ist auch eine Richtungsänderung angesagt, weil es eine effektivere Möglichkeit gibt, um ans Ziel zu kommen...

 

Manchmal begebe ich mich mit dem Klienten an eine Stelle über der Landkarte, um eine andere Perspektive einzunehmen und wie ein Vogel von oben aus einer sicheren Distanz auf die Situation zu schauen. Oder ich reise mit ihm an einen Punkt ganz abseits der Landkarte, um ihn entscheiden zu lassen, ob eine Erweiterung der Landkarte vielleicht sinnvoll erscheinen könnte, um neue Wahlmöglichkeiten zu entwickeln.

 

Das Bewusstmachen der innerern Landkarte trägt dazu bei, sich selbst besser zu begreifen, aber auch andere Standpunkte zu verstehen, mehr Verständnis für die Mitmenschen aufzubringen und steigert die Bereitschaft, Lösungen für Konflikte mit anderen Menschen zu finden.

Mein Menschenbild

Auf dieser Basis würde ich mein Menschenbild folgendermaßen formulieren:

 

  • Jeder Mensch konstruiert sich sein Modell der Welt auf der Grundlage seiner Wahrnehmung und seiner Erfahrungen, das wie eine innere Landkarte fungiert.
  • Die Wahrnehmung der Welt geschieht rein subjektiv, somit gibt es keine zwei Menschen, die in der „gleichen Welt“ leben. Es gibt keine objektive Realität.
  • Jeder Mensch trifft jederzeit auf der Grundlage seiner persönlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Möglichkeiten die bestmögliche Entscheidung.
  • Jeder Mensch verfügt über eine Menge an Kompetenzen und Potenzialen, die zur Entfaltung kommen möchten.
  • Jeder Mensch hat bereits die Ressourcen in sich, um eine Lösung zu finden.

Meine Werte und Haltung

Ich achte den Klienten in seiner Person, in dem ich ihm respektvoll, wohlwollend, wertschätzend, objektiv und unvoreingenommen gegenübertrete.